Die Wirtschaft in Liechtenstein
Das neue Jahr hat begonnen, und ich habe mich über die Feiertage mal etwas mit der Wirtschaft in Liechtenstein befasst. Das Ergebnis ist ernüchternd, das Land mit dem höchsten Bruttosozialprodukt lebt letztlich fast ausschließlich vom Geldverkehr.
Die ursprünglich dominierende Land- und Forstwirtschaft haben heute in Liechtenstein nur noch geringen Anteil. Heute haben die Banken und das Treuhandwesen wesentlich größere Bedeutung – damit durfte man rechnen -, aber auch der Tourismus und die exportorientierte Industrie – das war weniger zu erwarten – tragen zum Bruttoinlandsprodukt bei, letztere sogar mit über 40 %.
Die Industrie ist auf den Maschinenbau und die Lebensmittelproduktion konzentriert. Bekanntestes Unternehmen dürfte Hilti sein, das dies seinen Werkzeugen für die Befestigungstechnik, vor allem elektro-pneumatischen Bohrhämmern, verdankt.
Bekannt ist Liechtenstein aber in erster Linie als Finanzplatz. Niedrige Steuern, die sich ein Land wie das Fürstentum Liechtenstein leisten kann, ziehen natürlich Kapital an, und wenn dann noch einige andere günstige Bedingungen dazu kommen, braucht man nicht mehr viel zu tun, um zu Wohlstand zu kommen. Eine dieser günstigen Bedingungen sind die Regelungen rund um die Stiftung.
Die Stiftung ist eine Einrichtung, auf die der Stifter Vermögen überträgt. Dies kann für einen bestimmten in der Satzung der Stiftung angegebenen Zweck aufgebraucht werden. Es können aber auch nur die Zinsen oder Erträge – auch ein Unternehmen kann in eine Stiftung eingebracht werden – aufgebraucht werden. Eine der bekanntesten Stiftungen dürfte der Nobel-Preis sein, der jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben wird.
Das Besondere einer Liechtensteiner Stiftung besteht darin, dass sie nicht auf unbestimmte Zeit gebildet werden muss, sondern jederzeit vom Stifter wieder aufgelöst werden kann. Somit kann er sich sein Vermögen, das von den günstigen Steuern, die eine Stiftung in Liechtenstein bezahlen muss, profitiert hat, wieder zurück holen.